(21) Meine Kontakte nach Frankreich nach dem Ende der Kriegsgefangenschaft (nach 1948)

Am 8. Oktober 1948 kehrte ich aus der Gefangenschaft heim. Wegen der nötigen Einweisungspapiere hatte ich vorher noch das Lager "Bretzenheim" passieren müssen. Da Lutzerath ja in der französisch besetzten Zone lag, mußte ich ein paar Tage später auch nach "Niederbreisig". Danach war ich dann endlich wieder registriert als Lutzerather Bürger. Es gab überall viel zu tun, und die Kontakte nach Frankreich beschränkten sich auf gelegentlichen Briefverkehr. Es war vor allem Madame de Clerq, die mir die Neuigkeiten aus Dampierre mitteilte. Ich habe ja berichtet, daß sie im September/Oktober 1948 eine Wallfahrt nach Lourdes mitgemacht hatte, um dort für eine kleine Tochter zu bitten. Im Juni 1949 bekam sie tatsächlich ein kleines Mädchen mit dem Namen "Jaqueline". Aber leider wurde ihr Töchterchen nur zwei Monate alt. Madame de Clerq war darüber sehr traurig. Aber das Leben muß ja bekanntlich weitergehen, und wie es das Schicksal wollte, bekam sie drei Jahre später noch einmal eine Tochter, die sie wieder Jaqueline nannte. Die Familie de Clerq war sehr glücklich, nach den drei Söhnen nun noch eine Tochter bekommen zu haben. Leider währte das Glück nicht sehr lange. Zwei Jahre später, am 2. Oktober 1954, starb plötzlich ihr Vater, Gaston de Clerq, im Alter von 44 Jahren. Während der Feldarbeit, er war gerade beim Roggensäen, erlitt er einen tödlichen Schlaganfall. Nun begann eine schwere Zeit für Madame de Clerq, alleine mit vier Kindern und dem großen Betrieb. Da mir dies auch alles sehr nahe ging, hegte ich den Wunsch, dort noch mal einen Besuch abzustatten. Das war damals noch nicht so ganz einfach. Wer hatte damals schon ein Auto, um eine Fahrt ins Ausland zu unternehmen?




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Autor: Rudolf Schenk · Deutsche Überarbeitung: Elisabeth Spenke · Französische Überarbeitung: Edith Viriot
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