(24) 24. - 25. Mai 1975: Erste offizielle Fahrt des Kirchenchores Lutzerath nach Givry en Argonne

Unsere erste kleine "Testfahrt" am 14. 7. 1973 hatte innerhalb des Chores ein gutes Echo gefunden. Alle waren begeistert von der Gastfreundschaft der Franzosen, und alle hegten den Wunsch, doch mal in einem größeren Rahmen eine solche Fahrt zu wiederholen. Als dann eine Einladung seitens des Bürgermeisters von Givry en Argonne an den Kirchenchor erfolgte, waren wir schnell bereit, ihr zu folgen. Um dann auch etwas besonderes bieten zu können, beschlossen wir, abends in Givry ein Konzert zu geben, mit einem Querschnitt von Liedern aus aller Welt. Also probten wir fleißig. Als besondere Überraschung für diesen Abend studierte ich mit dem Chor ein original französisches Lied ein, nämlich "Sur le pont d´Avignon". Es bereitete zwar unseren Sängern einiges Kopfzerbrechen, aber vor allem viel Freude. Darüberhinaus beschlossen wir, sonntags im Hochamt eine lateinische Messe zu singen. Gut vorbereitet, starteten wir am Samstag, dem 24. Mai, in aller Frühe zu unserer großen Fahrt. Unser erstes Ziel war Verdun. Dort besichtigten wir die Schlachtfelder. Wenn man sieht, was sich hier im Jahre 1916 während der Ersten Weltkrieges abgespielt hat, wird man still und denkt über die Sinnlosigkeit eines Krieges nach. Allein hier in Verdun mußten ca. 700000 Soldaten unserer beiden Nationen ihr Leben lassen. Ein Besuch dieser Schlachtfelder bewirkt meines Erachtens mehr als der beste Friedensappell. Weiter ging die Fahrt nach Dampierre, so wir mehrere landwirtschaftliche Betriebe besichtigten, und gegen Abend kamen wir nun offiziell in Givry an. Hier wurden wir im Festsaal der Gemeinde vom Bürgermeister, Monsieur "Raymond Labare" und den Gemeindemitgliedern offiziell empfangen, für uns alle eine große Ehre und Freude. Zum erstenmal hatten sich viele Gastfamilien aaus Givry und der näheren Umgebung gemeldet, die uns anschließend zum Essen und Übernachten in ihre Häuser mitnahmen. Wir sollten also auch privaten Kontakt mit den französischen Familien bekommen. Außer ein paar Sprachschwierigkeiten, es wurde oft mit "Händen und Füßen" geredet, klappte alles hervorragend. Nach dem Abendessen konnten wir dann in dem vollgefüllten Festsaal unsere gutgeprobten Lieder vortragen. Wir brachten einen Ausschnitt von Volksliedern aus verschiedenen Ländern, z.B. "Jascha" (Rußland), "La Montanara" (Italien), "Glory Halleluja" (Amerika), u.ä.. Höhepunkt dieses Abends war dann zweifellos das in französisch vorgetragene Lied "Sur le pont d´Avignon". Die Franzosen waren hellauf begeistert und wir ernteten stürmischen Beifall. Am Sonntagmorgen zum Gottesdienst sangen wir die lateinische Messe. Anschließend gab es einen "Ehrenwein" für alle. Nach dem Mittagessen traten wir wieder unsere Heimreise an in der Gewißheit, zwei schöne Tage erlebt und neue Freunde gewonnen zu haben. (siehe auch Zeitungsartikel im Anhang)




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Autor: Rudolf Schenk · Deutsche Überarbeitung: Elisabeth Spenke · Französische Überarbeitung: Edith Viriot
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